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Flohmarkt giessen

Im Jahr 1997 aus der Taufe gehoben 

Wenn sich am Samstag die Pforten an neuer Stelle öffnen, dann setzt sich eine mittlerweile über 28-jährige Tradition fort. Mehr als fünf Millionen Besucher haben die Veranstaltung in den vergangenen Jahrzehnten besucht. »Viele Menschen hatten Angst, dass der Flohmarkt giessen verschwinden könnte«, berichtet Edgar Niebergall, der den Markt im Juni 1997 mit einem Partner aus der Taufe gehoben hat. 

Über uns

 

Im Sommer 2024 konnte Bürgermeister Alexander Wright von den Grünen bekannt geben, dass es eine Ausweichmöglichkeit an der Georg-Elser-Straße gibt. Zwischenzeitlich wurde das Gelände, das künftig 135 Park-and-Ride-Plätze bietet, hergerichtet. So lange konnte der Flohmarkt an gewohnter Stelle bleiben. »Von April bis Oktober hat der neue Eigentümer immer wieder mit uns verlängert«, berichtet Niebergalls Lebensgefährtin Petra Prenzel. Er sei der Stadt sehr dankbar für den neuen Platz, ergänzt der Veranstalter, der Altbewährtes fortsetzt. 
Mit einem Partner hat Edgar Niebergall überlegt einen eigenen Flohmarkt auf die Beine zu stellen.

Und das hat seit fast drei Jahrzehnten Bestand: Samstagvormittag, noch am alten Platz. Stand reiht sich an Stand: Werkzeuge, Kleidung, alte Uhren. Geschirr, Spielfilme, Bücher. Immer wieder bleiben Besucher vor den Auslagen stehen. Es wird gefeilscht, gefachsimpelt oder einfach nur geplaudert. Und wer ganz genau hinhört, kann eine ganze Reihe unterschiedlicher Sprachen vernehmen. Wöchentlich zieht der Flohmarkt mit seinem breiten Angebot Menschen aus über 150 Nationen an. »Zunächst hatten wir alle 14 Tage geöffnet, dann jede Woche«, erinnert sich Niebergall. In den Anfängen habe der Anteil an Migranten unter Besuchern und Verkäufern bei etwa 20 Prozent gelegen.

Benefiz und Präsentationen

Eine soziale Einstellung sei mit dem Markt von Anfang an verbunden. So habe es im Lauf der Jahre beispielsweise eine Reihe von Benefizveranstaltungen gegeben, etwa zugunsten der SOS-Kinderdörfer, der Krebsstation Peiper oder des Elternvereins für leukämie- und krebskranke Kinder. Vereinen, Schulen und Kunstschaffenden biete der Flohmarkt zudem die Möglichkeit, Projekte und Arbeiten kostenfrei zu zeigen.

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Das hat sich ab 2015 geändert. Wir begrüßen mittlerweile mehr Menschen mit Migrationshintergrund«, ergänzt Prenzel. Der Markt habe sich zu einem Blumenstrauß der unterschiedlichsten Kulturen entwickelt und sehe sich als soziale und kulturelle Begegnungsstätte. Trotz der zahlreichen unterschiedlichen Nationalitäten hätten sich in den letzten Jahrzehnten keine polizeibekannten Streitfälle oder Konflikte ereignet, berichtet der Veranstalter. Es habe allzeit ein »toleranter, friedvoller und freundlicher Umgang« geherrscht. „Durch das hohe und dauerhafte soziale Engagement des Flohmarktbetreibers und seiner Mitarbeitenden konnte seit über 28 Jahren praktizierte Integration der verschiedensten Kulturen und der sozialen Schichten erfolgreich gelingen“, führt Niebergall aus.

Die Besucher aller Altersgruppen sähen die Veranstaltung als ein Kulturgut. Es trage dazu bei, dass Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen ihre Existenz unter anderem mit Waren des täglichen Bedarfs wie Bekleidung, Haushaltsgeräten oder Werkzeug sichern könnten. Zudem werde Verkäufern mit geringen finanziellen Ressourcen die Möglichkeit geboten, ihre Waren anzubieten – die Standmiete beträgt pro Meter sechs Euro. Und „allen Kindern wird die Möglichkeit geboten, ihre Spielwaren und Bekleidung ohne Standmiete anzubieten“.